Fachrechnen · Pharma-Assistentinnen · Dosisberechnung

Die richtige Dosis berechnen

Von der ärztlichen Verordnung (mg pro kg Körpergewicht) zur abzumessenden Menge in ml – und immer die Plausibilität prüfen, denn hier geht es um Menschen. Wähle deinen Zugang.

Die Kernaufgabe

PräparatSchmerzsirup
Konzentration100 mg / 5 ml
Verordnung10 mg pro kg Körpergewicht, 3× täglich
Kind12 kg schwer, Behandlung über 5 Tage
  1. Berechne die Wirkstoffmenge pro Dosis (in mg).
  2. Rechne die Menge in ml Sirup pro Dosis um.
  3. Bestimme den Tagesbedarf und den Gesamtbedarf für 5 Tage.
  4. Prüfe die Plausibilität deines Ergebnisses.

Wähle deinen Zugang:

Zugang A – Mit Unterstützung

Rechne in vier klaren Schritten vom Körpergewicht zur Menge in ml.

Merke

  • Schritt 1: Wirkstoff pro Dosis = Dosis pro kg × Körpergewicht.
  • Schritt 2: Über die Konzentration von mg auf ml umrechnen (Dreisatz).
  • Schritt 3: Tagesbedarf = ml pro Dosis × Anzahl Dosen pro Tag.

Rechenrahmen – trag die Werte ein

mg
ml
ml
ml

Leitfragen

  1. Wie viel mg Wirkstoff braucht ein 12 kg schweres Kind bei 10 mg/kg?
  2. Wenn 100 mg in 5 ml stecken – wie viele ml enthalten die berechnete mg-Menge?
  3. Wie oft pro Tag und über wie viele Tage wird die Dosis gegeben?

Satzanfang für dein Ergebnis

«Das Kind erhält pro Dosis ______ ml Sirup, also täglich ______ ml; für die ganze Behandlung werden ______ ml benötigt.»

Selbstcheck

Zugang B – Eigenständig

Löse die Aufgabe ohne Hilfen. Zum Prüfen kannst du deine Ergebnisse eintragen.

Ergebnisse prüfen (freiwillig)

mg
ml
ml
ml

Selbstcheck

Zugang C – Vertiefung: Fehler erkennen

In der Apotheke reicht die richtige Rechnung nicht – du musst auch falsche Ergebnisse erkennen, bevor sie zum Kunden gelangen. Prüfe die folgenden drei Fälle.

💡 Denkimpuls: Rechne selbst nach und frage bei jedem Fall: Ist diese Menge für ein Kind realistisch abmessbar und einnehmbar?

Fall 1

Eine Kollegin hat für das 12-kg-Kind 60 ml pro Dosis notiert. Ist das plausibel?

Fall 2

Für ein 20 kg schweres Kind wurde bei gleicher Verordnung (10 mg/kg) und gleichem Sirup 10 ml pro Dosis berechnet. Ist das plausibel?

Fall 3

Für ein Kind wurde die Konzentration mit 50 mg/5 ml statt 100 mg/5 ml verwechselt. Wird dadurch zu viel oder zu wenig Sirup abgemessen?

Deine Denkaufgabe

  1. Warum ist eine Plausibilitätsprüfung bei Dosierungen wichtiger als bei einer gewöhnlichen Rechenaufgabe?
  2. Begründungsfrage: Ein Kommafehler (6 ml statt 0,6 ml) verzehnfacht die Menge. An welcher Stelle der Rechnung entstehen solche Fehler am leichtesten?
  3. Transferfrage: Welche zwei Kontrollen würdest du in der Apotheke einbauen, bevor ein Sirup abgegeben wird?
Fall 1 – nicht plausibel: Richtig sind 120 mg = 6 ml pro Dosis. 60 ml wären das Zehnfache – ein klassischer Kommafehler. Fall 2 – plausibel: 20 kg × 10 mg = 200 mg → 200 mg ÷ 100 mg × 5 ml = 10 ml, das stimmt. Fall 3 – zu viel: Bei halber Konzentration (50 statt 100 mg/5 ml) braucht es die doppelte Menge, um dieselbe Wirkstoffmenge zu erreichen – wer die Verwechslung nicht bemerkt, misst zu viel Sirup ab.

Selbstcheck

Lösungen und Rechenwege – für die Lehrperson

Kernaufgabe: Schmerzsirup 100 mg/5 ml, 10 mg/kg, Kind 12 kg, 3× täglich, 5 Tage

  • Wirkstoff pro Dosis: 10 mg × 12 = 120 mg.
  • ml pro Dosis: 120 mg ÷ 100 mg × 5 ml = 6 ml.
  • Tagesbedarf: 6 ml × 3 = 18 ml.
  • Gesamt (5 Tage): 18 ml × 5 = 90 ml.

Beispielsatz: «Das Kind erhält 6 ml pro Dosis, täglich 18 ml; für die ganze Behandlung werden 90 ml benötigt.»

Zugang C – Fallauflösung

  • Fall 1: nicht plausibel – korrekt sind 6 ml, nicht 60 ml (Zehnerfehler).
  • Fall 2: plausibel – 20 × 10 = 200 mg → 200 ÷ 100 × 5 = 10 ml.
  • Fall 3: zu viel – halbe Konzentration erfordert doppeltes Volumen für dieselbe Wirkstoffmenge.

Erwartungshorizont Denkaufgabe: Dosierungsfehler betreffen die Gesundheit direkt; die Plausibilitätsprüfung ist die letzte Sicherung. Kommafehler entstehen besonders beim Umrechnen zwischen mg und ml und beim Verschieben von Einheiten (mg ↔ g, ml ↔ l). Sinnvolle Kontrollen: Einheiten explizit mitschreiben, Ergebnis gegen eine Erfahrungsgrösse prüfen (ein Kind trinkt keine 60 ml Sirup pro Einzeldosis), Vier-Augen-Prinzip.

Anschluss an das Lehrmittel: Diese Aufgabe verbindet Kapitel 7 (Dreisatz), Kapitel 1 (Masseinheiten) und Kapitel 9 (komplexe Aufgaben / Dosisberechnung) und macht die im Lehrmittel geforderte Plausibilitätsprüfung zum eigenen Lernschritt.